Schuhsucht

Inhalt

"Du solltest dich was schämen Chagal. Mir in den Hals beißen, mein Blut saugen..."

Ja, das ist zwei besondere Eigenschaften den Vampire: beißen und blutsaugen. Nicht anders sind auch die Vampire, die uns auf der Bühne begegnen. Zuerst in Wien, dann in Hamburg und seit kurzem begeistern sie auch in Berlin tausende Zuschauer.

Der erste Akt

Es schneit. Alfred, ein schüchterner junger Wissenschaftler, reist als Assistent eines kauzigen Professors auf einer Forschungsreise durch Transsylvanien. Der Professor, ein quirliger alter Vampirforscher aus Königsberg namens Abronsius, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Existenz von Vampiren zu beweisen und die Menschheit von ihnen zu befreien.

Auf der Suche nach dem Schloss des Vampirgrafen von Krolock verirren sich die beiden in der tiefverschneiten Wildnis. Halberfroren kommen sie in einem einsamen Bauerndorf zu einem Gasthaus, wo sie die nächsten Tage verbringen. (Alfred: He, Ho, Professor)

Dort stoßen sie auf Unmengen von Knoblauch. Für den Professor ein klares Zeichen, dass sie dem Ziel ihrer Mission ein Stück näher gekommen sind. Außerdem singen die Bauern und Holzfäller ein Hohelied auf den Knoblauch. (Dorfbewohner: Knoblauch)

Die Dorfbewohner streiten allerdings ab, dass ein solches Schloss existiert. Der jüdische Wirt Chagal hat eine schöne Tochter, die Sarah heißt. Im Badezimmer treffen Sarah und Alfred aufeinander. Für Alfred ist es Liebe auf den ersten Blick, und auch Sarah gefällt der junge Mann, der so ganz anders ist als die Bauernburschen des Dorfes.

Wie die meisten Väter schöner Töchter, fürchtet Chagal um die Unschuld seiner Sarah, und so sperrt sie in ihr Zimmer ein, indem er ihre Zimmertür mit Brettern vernagelt. (Chagal: Eine schöne Tochter ist ein Segen. Sarah und Alfred: Nie geseh'n)

Während Sarah und Alfred voneinander träumen, schleicht Chagal durch das dunkle Wirtshaus zu seiner Magd Magda, mit der er ein Verhältnis hat. (Alfred, Sarah, Chagal, Rebecca: Magda: Ein Mädchen, das so lächeln kann)

Rebecca, Chagals resolute Gattin, merkt, dass ihr Mann sich aus dem Ehebett geschlichen hat. Sie bewaffnet sich mit einer Salami und geht ihm nach. Aus Versehen schlägt sie jedoch den Professor nieder. Als endlich alle schlafen, fällt ein drohender Schatten über das Wirtshaus, eine dunkle, verhüllte Gestalt - Graf von Krolock, der Obervampir macht klar, dass er sein Auge auf Sarah geworfen hat (Graf von Krolock, Ensemble: Sei bereit).

Er singt von einer anderen Welt und kündigt an, dass Sarahs Sehnsucht nach Glück bald in Erfüllung gehen wird. (Graf von Krolock: Gott ist tot)

Im Gasthaus spürt Abronsius förmlich, dass es in der Nähe Vampire geben muß. Doch die Dorfbewohner leugnen dies entschlossen. (Abronsius und Dorfbewohner: Wahrheit)

Professor Abronsius versucht anderntags herauszufinden, was die Wirtsleute von den Vampiren wissen. Doch seine Nachforschungen stoßen auf Schweigen. Als ein Buckliger auftaucht, um Kerzen zu holen, und alle gleich nervös werden, ist sich Abronsius sicher, dass es sich bei dem Krüppel um den Diener des Vampirgrafen handelt. Er ist entschlossen, die ganze Wahrheit herauszufinden. (Rebecca, Magda, Chagal, Abronsius: Alles ist hell)

Zwischen Alfred und Sarah entwickelt sich ein heftiger Flirt. Sarah ist allerdings vor allem daran gelegen, das Badezimmer benutzen zu dürfen, da sie leidenschaftlich gerne badet. Alfred beobachtet sie dabei durchs Schlüssellloch und wird Zeuge, wie Graf Krolock durch eine Dachluke kommt und Sarah zum jährlichen Mitternachtsball in sein Schloss einlädt. (Graf von Krolock: Einladung zum Ball)

Alfred schlägt Alarm, doch als Abronsius und Chagal herbeigeeilt kommen, ist der Vampirgraf verschwunden. Später singt Alfred ein sehnsüchtiges Lied unter Sarahs Fenster. Sarah hat ihr Zimmer aber längst verlassen, um ein Geschenk des Grafen zu holen, das der Bucklige im verschneiten Garten versteckt hat. Als Alfred sie entdeckt, glaubt er, sie sei seinetwegen heruntergekommen. Alfred gesteht seine Liebe ein. (Sarah und Alfred: Draußen ist Freiheit)

Sie schickt Alfred unter einem Vorwand ins Haus zurück und öffnet das Geschenkbündel. Darin sind ein paar rote Stiefel. Sarah zieht sie an und träumt davon, der umschwärmte Mittelpunkt des Mitternachtsballs zu sein. (Tanznummer: Die roten Stiefel)

Bevor Alfred zurückkommt, läuft Sarah davon. Sie läuft durch den Wald zum Schloß des Grafen. Von Alfreds Geschrei aufgeweckt, stürzt Chagal aus dem Haus. Chagal ist völlig entsetzt und läuft hinterher, um Sarah zurückzuholen. Doch Chagal ereilt ein böses Schicksal. Als die Magd Magda auf den toten Chagal trifft, entdeckt sie, wie sehr der Tod Chagal verändert hat. (Magda: Tot zu sein ist komisch)

Die steif gefrorene Leiche wird von den Dorfbewohnern am nächsten Tag ins Gasthaus zurückgebracht. Professor Abronsius stellt fachmännisch fest, dass der Wirt von Vampiren ausgesaugt wurde. Er schlägt vor, dem Toten das Herz zu durchpfählen, damit dieser nicht selbst zum Untoten wird. Doch Rebecca ist entschieden dagegen, verhindert dies und jagt den Vampirforscher davon.

In der Nacht kommt Magda aus ihrem Zimmer, um Chagal zu betrachten, den der Tod so gründlich verändert hat. Als sie sich abwendet, erwacht die Leiche plötzlich zum Leben. Er ist zum Vampir geworden. Chagal, der mit Magda schon immer ein geheimes Verhältnis hatte, packt seine Magd und beisst sie in den Hals. Dann legt er die leblose Magda unter das Tuch, das zuvor ihn bedeckt hat. Er hat gerade noch Zeit, sich unter dem Tisch zu verstecken, bevor Abronsius und Alfred zurückkommen.

Sie schicken sich an, das Herz der unter dem Tuch ruhenden Leiche zu durchbohren. Im letzten Moment merken sie, was geschehen ist. Sie finden und überwältigen Chagal. Dieser bittet um Gnade und verspricht, die Fremden zum Schloss zu führen, um Sarah vom Grafen zu befreien, wenn sie ihn verschonen. Zu dritt machen sie sich auf den Weg ins Schloß. Sogleich brechen sie auf.

Überall schleichen sich dunkle Gestalten ein: die Vampire. (Vampire: Seid bereit)

Unterwegs macht sich Chagal zwar davon, aber Alfred und Professor Abronsius finden das Schloss. Sie sind gerade dabei, das prächtige Portal zu betrachten, als Graf von Krolock erscheint. (Krolock: Wohl der Nacht)

Er heißt die Fremden herzlichst willkommen und lädt sie ein, seine Gäste zu sein, was Abronsius zu Alfreds Entsetzen annimmt. Auch der Sohn des Grafen, der schwule Herbert, erscheint zur Begrüßung. Er ist hocherfreut, in Alfred einen Gespielen gefunden zu haben.

Während Abronsius sein Zimmer bezieht, nimmt Krolock Alfred unter seine Fittiche. Von Krolock sorgt dafür, dass er mit Alfred unter vier Augen sprechen kann, und versucht, ihn Abronsius abspenstig zu machen. Er nennt den Professor einen alten Narren, der keine Ahnung von den Wünschen und Bedürfnissen eines jungen Mannes wie Alfred hat. Stattdessen bietet von Krolock sich selbst als väterlichen Freund an. Er verkündet Alfred, dass das Ziel seiner Sehnsucht noch nie so nah war. (Graf von Krolock: Wohl dem Mann)

Eindrucksvoll verschwindet der Graf hinter den Türen des Schloßes.

Der zweite Akt

Sarah befindet sich tatsächlich im Schloss. Ruhelos wandert sie durch die Halle, wo ihr der Graf begegnet. Doch der Fürst der Vampire hebt sich den ersehnten Biss in die Kehle des Mädchens für den großen Ball auf, der für die folgende Nacht angesetzt ist. Er will nicht schon jetzt den Genuß ruinieren. (Krolock und Sarah: Totale Finsternis)

Professor Abronsius und Alfred verbringen die Nacht mit einem grauenvollen Traum. Die Vampire machen sich hinter Sarah her und Sarah wird gebissen. Doch alles ist nur ein Traum. (Vampire: Carpe Noctem)

Am nächsten Morgen ist alles wieder in bester Ordnung und Abronsius und Alfred machen sich auf die Suche nach der Gruft, in der der Graf tagsüber schläft. Doch Alfred hat den festen Vorsatz, Sarah zu retten. (Abronsius: Alles ist gut)

Bevor Alfred nach Sarah suchen kann, muss er den Professor in die Gruft des Schlosses begleiten. In der Gruft finden sie zwei Särge. In dem einen ruht der Graf, in dem anderen sein Sohn Herbert. Beim Abstieg in die Gruft bleibt Abronsius hängen und kann nicht weiter. Alfred muß nun alles alleine machen: Die Särge öffnen und einen Holzpfahl durchs Herz der Vampire stoßen. Doch der ist zu ängstlich und tolpatschig und so kehren beide unverrichteter Dinge wieder in ihr Gemach zurück.

Chagal und Magda, die in der Zwischenzeit durch Chagal zu einem Vampir geworden ist, erwachen aus ihrem Sarg. (Chagal und Magda: Die menschliche Geilheit ist stärker) Doch es scheint noch die Sonne und der bucklige Hausdiener des Grafen, Koukol, schickt sie wieder in ihren gemeinsamen Sarg zurück.

Nachdem Alfred unverrichteter Dinge wieder nach oben geklettert ist, befreit er den Professor. Auf der Suche nach einem besseren Weg in die Krypta kommen die beiden durch die Schlossbibliothek. Abronsius sieht die hier gesammelten Bücherschätze und vergisst darüber die Vampirjagd. Da hört Alfred den vertrauten Gesang Sarahs. Er geht dem Klang der Stimme nach und findet Sarah in einem prachtvollen Badezimmer des Schlosses.

In der Wanne sitzend schwärmt sie von der Großzügigkeit des Grafen und hört gar nicht auf Alfreds Appelle, mit ihm zu fliehen. Schließlich weist sie Alfred aus dem Badezimmer, weil sie sich anziehen will. Alfred ist verzweifelt. Seine Liebe zu Sarah jedoch gerät nicht ins Wanken. Im Gegenteil, er schwört, für sie alles zu tun und zu geben. Doch Sarah ist an Alfred nicht interessiert und möchte um jeden Preis mit dem Grafen auf dem Mitternachtsball tanzen. (Alfred: Für Sarah)

Er geht zu Abronsius in die Bibliothek zurück, um ihn um Rat zu bitten. Doch der Professor ist immer noch so sehr mit den Büchern beschäftigt, dass ihm nichts besseres einfällt, als seinem Assistenten zu raten, die Nase auch in ein Buch zu stecken. Alfred greift aufs Geratewohl ins Regal und beginnt, in einem "Ratgeber für Verliebte" zu lesen. Die darin enthaltenen Ratschläge ermutigen ihn. Und als er auf einmal wieder Sarahs Stimme zu hören glaubt, geht er zurück ins Badezimmer.

Statt Sarah erwartet ihn dort allerdings der schwule Vampir Herbert. Vergebens versucht Alfred, den Annäherungsversuchen des Grafensohnes auszuweichen. Während dieser ihm zeigt, wie sie auf dem bevorstehenden Ball Walzer tanzen werden, fällt Alfreds Blick in den Spiegel. Darin sieht er nur sich selbst, obwohl Herbert neben ihm steht. Als der schwule Vampir schließlich sein Opfer zu fassen kriegt und sich über ihn stürzt, taucht überraschend Professor Abronsius auf und schlägt Herbert mit dem Regenschirm in die Flucht. (Herbert: Wenn Liebe in dir ist)

Alfred und Abronsius steigen auf den Schlossturm. Hoch über den Zinnen begegnen Alfred und Abronsius Graf von Krolock. Er gibt nicht länger vor, ein Bewunderer des Professors zu sein. Es kommt zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Grafen. Abermals fordert er Alfred auf, sich von Abronsius zu trennen und ihm zu folgen. (Graf von Krolock: He, ho, Professor) Doch so plötzlich wie er aufgetaucht ist, ist er auch schon wieder in der Nacht verschwunden.

Von den Zinnen auf den Friedhof im inneren Schlosshof hinabblickend, beobachten Alfred und Abronsius, wie sich die Gräber und die Vampire in einem eindrucksvollen Tanz aus den Särgen steigen, denn der alljährliche Mitternachtsball naht. (Vampire: Ewigkeit)

Die Untoten aus vergangenen Jahrhunderten verlassen die Särge, schieben die Grabsteine beiseite und lockern ihre steifen Glieder, um in langer Prozession zum Mitternachtsball ins Schloss zu marschieren. Als der Friedhof wieder leer ist, erscheint von Krolock, in Gedanken versunken geht er von Grab zu Grab.

Er erinnert sich an die zahlreichen Geliebten, die er als Vampir getötet hat. Ihm wird das Elend seiner Existenz bewusst, er klagt sein Schicksal als Vampir an. Nie geht die Ewigkeit zu Ende. Er will endlich einmal satt sein, denn sein Hunger hört nie auf. Wann immer er nach dem Glück greift, zerstört er es eben dadurch. Je mehr er seine Gier zu stillen versucht, desto größer wird sie.(Graf von Krolock: Die unstillbare Gier)

Schließlich ist es soweit: Im Festsaal des Schlosses hat die große Ballnacht hat begonnen. Alle Vampire haben sich im Tanzsaal eingefunden. Auch Abronsius und Alfred haben sich verkleidet unter die Vampire eingeschlichen. Graf von Krolock eröffnet den Ball und verkündet, dass es in diesem Jahr ein reiches Mahl geben wird: Beim letzten Mal gab es nur einen einfachen Bauer, aber diesmal gibt es ein besseres Mahl. (Graf von Krolock: Seid Willkommen)

Graf von Krolock führt den versammelten Vampiren Sarah vor, die sich von ihm willig in den Hals beißen läßt. Sarah lebt noch, doch wird auch sie bald zu einem Vampir werden. Beim darauffolgenden Menuett stellt Abronsius fest, dass Sarah trotz des Blutverlustes noch lebt, Alfred und Abronsius nehmen mit Sarah Kontakt auf und beschließen, zu einem günstigen Zeitpunkt zu fliehen.

Der Versuch, sie zu entführen, scheitert zunächst daran, dass die Vampire während des Tanzes die drei Sterblichen unter ihnen an ihren Spiegelbildern erkennen. Schon fordert von Krolock die Vampire auf, sich auf sie zu stürzen. Da bilden Alfred und Abronsius mit Hilfe zweier Kandelaber ein Kreuz. Entsetzt weichen die Vampire zurück. Alfred und Abronsius nutzen die Chance und fliehen gemeinsam mit Sarah in den Wald. Der schwer getroffene Krolock schickt Koukol hinter den Fliehenden her. Doch kann dieser die Ausreißer nicht mehr einholen.

Entkommen und in Sicherheit machen sie Rast. Später wandern Alfred, Sarah und Abronsius durch die nachtdunkle Winterlandschaft Transsylvaniens. Endlich entkommen und im Schutz der Finsternis, umarmen sich Alfred und Sarah. Alfred wird von Sarah in den Hals gebissen. (Alfred und Sarah: Draußen ist Freiheit) Abronsius hat den Beweis erbracht: Es gibt sie, die Vampire - und sie breiten sich in der ganzen Welt aus. Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal war.

Doch was wie ein Happy End aussieht, ist der Beginn der Weltherrschaft der Vampire ... (Vampire: Der Tanz der Vampire)

zurück ...

... zum Blog … zur Musicalpage

Das Musical

Inhalt
Facts
Maske / Technik
Pannen I
Pannen IIbr/>

Gratis bloggen bei
myblog.de